Am 14. August eröffnen wir eine außergewöhnliche Sonderausstellung! Sie stellt Gemälde mit Scheeßeler Ortsansichten des Malers Ernst Müller-Scheeßel (1863-1936) rezenten Fotografien der gleichen Motive gegenüber. Die Fotos stammen von Wahl-Scheeßeler Michael Korinth.
„Das alte Scheeßel war zu einem guten Teil verschwunden. Scheußliche Zementkästen beleidigen das Auge, wo früher altvertraute Bauernhäuser den Heimkehrenden gegrüßt hatten. Die kahle Straße, die durch die Felder zum Bahnhof führte, ist zwar in eine schöne Lindenallee umgewandelt, aber stillose Backsteinhäuser säumen sie zu beiden Seiten ein.“
- Karl Müller-Grote, 1907
Der Künstler Ernst Müller-Scheeßel war den Gedanken der Heimatbewegung tief verbunden. Das von seinem Bruder beschriebene Bild war Grundlage seiner Arbeit: Er war eine mahnende Stimme gegen die überstürzte bauliche Modernisierung seines Heimatortes und stellte dieser einen idealtypischen, rückwärtsgewandten Gegenentwurf entgegen. Wenn manche Modernisierungsfurcht auch heute befremdet, steht eines fest: Das Aussehen Scheeßels hat sich massiv verändert.
Aus diesem Grund ist Michael Korinth losgezogen und hat Müller-Scheeßels Motive mit der Kamera erneut aufgesucht. Während manche Häuser und Straßen bis heute praktisch unverändert sind, sind andere nicht wiederzuerkennen. Die Ausstellung ist ein Rundgang durch die Scheeßeler Ortsgeschichte – manchmal mit Augenzwinkern und doch nachdenklich stimmend.
Ernst Müller-Scheeßel (1863–1936) war Pionier der Heimatbewegung. Hunderte seiner Gemälde zeigen Scheeßel und das norddeutsche Umland.
Michael Korinth (*1957) zog es nach der Richterkarriere in Berlin für den Ruhestand nach Scheeßel. Mit der Kamera hat er seinen neuen Wohnort in besonderer Weise erschlossen.
Die Vernissage beginnt am 14. August 2026 um 18.30 Uhr mit folgendem Programm:
Begrüßung:
Elke Twesten, 1. Vorsitzende Heimatverein „Niedersachsen“ e.V. Scheeßel
Ulrike Jungemann, Bürgermeisterin der Gemeinde Scheeßel
Einführung:
Michael Korinth
Der Eintritt ist frei! Die Ausstellung ist dann bis zum 31. Oktober zu sehen.