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St.-Lucas Kirche

Die denkmalgeschützte evangelische St.-Lucas Kirche in Scheeßel dominiert schon seit gut 250 Jahren den Ort.

Sie wurde 1758 feierlich eingeweiht. Der 39 Meter hohe Kirchturm entstand erst 7 Jahre später. Für eine Dorfkirche ist die Hallenkirche ziemlich groß: sie bietet auch durch Emporen etwa 1000 Gläubigen Platz. Renoviert wurde sie zuletzt im Jahr 2008.

Außen schlicht, überrascht sie im Inneren mit einer üppigen Ausstattung mit viel Golddekor im typischen Stil des „ Norddeutschen Bauernbarocks“. Auffallend ist zunächst der gewaltige Kanzelaltar, der von großen Säulen flankiert wird. Dieser, wie auch die gesamte Innenausstattung ist aus Holz gefertigt, das aber durch die spezielle Bemalung aussehen sollte wie Marmor, ein Material, das hier nicht finanzierbar war.

An den erheblichen Baukosten mussten sich die Scheeßeler kräftig beteiligen z.B. durch den Erwerb entsprechender Sitzplätze für den jeweiligen Hausstand. Reiche Bürger und Adelige ließen sich zudem aufwändig gestaltete Logen, den sogenannten „Priechen“ anfertigen. Ein Porträt des ehrgeizigen „Bauherrn“ Pastor Adolph Johann von Finckh hängt vorne an der Südseite. Für eine evangelische Kirche gibt es relativ viele Engel zu sehen, 15 gibt es zu entdecken. Sie sollen wohl den „himmlischen“ Charakter des Kirchenraums betonen.

Die heutige Vierdag-Orgel aus Enschede in Holland stammt aus dem Jahr 1973. Sie wurde 2016 saniert.

Auf dem Kirchenvorplatz steht eine über 600 Jahre alte Linde, die als Naturdenkmal seit 1935 anerkannt, gepflegt und schon vielfach gestützt wurde. Sie markiert einen ehemaligen „Gerichtsplatz“. Davor ist noch die Nachbildung eines „Schandpfahls“ zu sehen, an den früher bei schweren Verstößen gegen die (Kirchen-) Ordnung Menschen „an den Pranger“ gestellt wurden.

Ursprünglich wurden die Toten auch hier auf der Fläche rund um die Kirche bestattet. Ab 1847 gab es einen neuen Friedhof, im heutigen Rathauspark an der Zevener Straße, der bis 1911 genutzt wurde. Heute gibt es zwei Friedhöfe innerhalb des Ortes.

Öffnungszeiten

Die St. Lucas Kirche ist eine offene Kirche, die in den Monaten April bis September täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet ist.

St. Lucas Church

The evangelical St. Lucas Church in Scheeßel, which is listed, has dominated the village for over 250 years.

It was officially opened in 1758. The 39-meter-high church tower was built 7 years later. The hall church is quite large for a village church: it can also accommodate around 1,000 believers thanks to the galleries. The interior was last renovated in 2008.

Due to the simple exterior design, the church surprises visitors with a lavish interior that includes lots of gold decorations in the typical “North German Folk Baroque” style. What first stands out is the enormous pulpit altar, flanked by large columns. This, as well as the entire interior, is made of wood, but the special effect of the paintwork was intended to make it look like marble, a material that would have been too expensive here. The people of Scheeßel had to make a substantial contribution to the considerable construction costs, e.g. by actually purchasing seats in the church for the respective household. Rich citizens and nobles also had elaborately designed boxes made, the so-called “galleries”. A portrait of the aspiring “builder-owner” Pastor Adolph Johann von Finckh is hung at the front on the south side.

There are quite a lot of angels around the place for visitors to see, especially for an evangelical church. There are 15 to discover. These were probably intended to draw attention to the “heavenly” character of the church interior.

The present Vierdag organ from Enschede, Holland, dates back to 1973 and was renovated in 2016.
Outside of the church on the forecourt stands a 600-year-old linden tree, which has been recognised as a natural monument since 1935 and has been maintained and supported many times. The tree area marks what was once a “courthouse square”. In front of it is a replica of a “pillory” where people were “pilloried” for serious violations of (church) order.

Originally, the dead were also buried here in the area around the church. A new cemetery was built in 1847 in today’s town hall park on Zevener Straße, which remained in use until 1911. Today there are two cemeteries in the village.

opening hours

St.-Lucas Church is an open church, which is open daily from 10:00 a.m. to 6:00 p.m. during the months of April to September.

St. Lucas Kark

De evangeelsche St. Lucas Kark bestimmt al siet mehr as 250 Johr dat Bild vun Scheeßel. De steiht ünner Denkmalschutz.

1758 is de Kark fierlich inweiht worrn. Denn hett dat aver noch söven Johr duert, dat se den 39 Meter hogen Karktoorn opsett hebbt. För en Dörpskark is düsse Hallenkark bannig groot: wo dat ok noch Emporen geven deit, köönt dor üm un bi dusend Lüüd rin. 2008 hebbt se de Kark toletzt vun binnen wedder trechtmaakt. Ok wenn se vun buten eenfach utsüht - vun binnen is se doch mit en Barg gullen Smuckwark düchtig goot utstaffeert, as dat in den “Noorddüütschen Buernbarock” begäng weer. Wat eerstmal opfallt, dat is de gewaltige Kanzelaltoor mit siene groten Sülen an de Sieden. De Altoor is, jüst as allens, wat hier binnen opboot is, ut Holt. Anmaalt hebbt se dat aver so, dat dat na Marmor utsehn schull; Marmor sülvst kunnen se nich inboen, dat weer eenfach to düer. De Kark to boen, dat hett en Barg Geld köst. De Scheeßelers müssen deep in jümehr Knipptasch griepen; so hebbt de Lüüd Stöhl oder en Bank för jümehren Huusstand betahlt. Börgerslüüd mit Geld un welk vun Adel hebbt sik staatsche Logen inrichten laten, dor hebbt se “Priechen” to seggt. En Bild vun den “Boherr” Paster Adolph Johann vun Finckh hangt vörn an de süden Siet. Wunnern kann een sik, dat in düsse evangeelsche Kark so vele Engels to sehn sünd, dat sünd 15 Stück. Se schüllt woll wiesen, wo himmlisch dat hier in de Kark is.

Nu steiht in de Kark en Vierdag-Örgel ut Enschede in de Nedderlannen. Se is 1973 opstellt un 2016 dörkeken worrn.

Op den Platz vör de Kark steiht en Linnenboom, de över 600 Johr oolt is. De Boom gellt siet 1935 as Naturdenkmal, he warrt pleegt un is al mennigmal afstütt worrn. He is dat Teken för en Steed, woneem se fröher Gericht holen hebbt. Dorvör kann een sik noch en Schandpahl ankieken. Na ole Vörlagen hebbt se den naboot. Wenn een de (Karken-)Regeln nich inholen harr, denn hebbt se em “an den Pranger” stellt.

Eerst hebbt se ok de Doden rund üm de Kark to Graff leggt. 1847 is aver en neen Karkhoff anleggt worrn: dor, wo vundaag de Raathuuspark an de Zevener Straat is. Den hebbt se bet 1911 bruukt. Vundaag gifft dat twee Karkhööv in den Oort.

Tieden

De St. Lucas Kark is en apen Huus. Vun April bet September sünd de Dören vun Klock 10 bet 6 apen.

St.-Lucas Kirche Scheeßel
Zevener Straße 6B
27383 Scheeßel

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